© Jan Bosch
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Anna Morawetz

Der Schnaps erkennt die Traurigkeit

/Uraufführung

Gegenwartsdramatik

 

„3: Hallo. 1: Soso. 2: Nur am Gang erkannt. 1: Soso. ...1: Wo sind die Haare. 3: Allerdings. 1: Soso. 2: Ordentlich verändert. 1: Ach so. ...2: Ja. 3: Dort. 1: Graue Haare. 2: Geheimratsecken. 3: Lachfalten. 1: Augenringe bis zu den Kniekehlen.

... Karpfenendzeitalter auf einer Burg. Ein Maturatreffen ohne Internet nach zwanzig Jahren.“ Nun sind sie hier. Angekommen in der Provinz. Sie wollen nicht protzen.

Auch nicht mit ihren Erwerbstätigkeiten. Ja, sie wollten etwas erreichen. Sie wollten alles anders machen als ihre Eltern. Sie hatten große Träume. Und jetzt: Ein gemütliches Wochenende im Grünen soll es werden, das Vertrautsein aus Jugendtagen soll leben, seinen Platz bekommen.

Die verschüttete Freund*innenschaft möchten sie beschwören. Doch eine fehlt. Diese Lücke wird deutlich. Keine*r der Drei weiß, was geschehen ist. Was ist passiert? Ist sie einfach abgehauen, damals?

Die Drei, sie wissen es nicht.Frisch ist es geworden, auf das Lagerfeuer verzichten sie. Lieber noch einen Schnaps. Die Flasche kreiselt, die Vermutungen, sie sprudeln.

„Betretenes Trinken.“ Der Schnaps und die Dunkelheit der Nacht tun das Übrige. Sie suchen „im Periodensystem der verschwundenen Dinge, kramen in den Elementen, war-ten auf eine Reaktion.“Sie sind allein. Allein mit ihrer Migräne, den Krampfadern, dem Bandscheibenvorfall, dem Herzinfarkt. An diesem freigeschaufelten Wochenende sind sie hinter dicken Mauern und mitten in der Pampa auf sich selbst zurückgeworfen.

Nicht nur der Schnaps lässt sie stolpern, hinein ins Resümee. Keine*r weiß, was geschehen ist. Sie driften schmerzhaft in Ungesagtes und Ungefragtes, in Unerledigtes und Unerfülltes. Die Konfrontation scheint unermesslich. „Sie könnte am Leben sein. Sie muss am Leben sein. Sie wäre hier. Wenn sie am Leben wäre. Wenn. Wenn. Wenn.

Aus dem Alphabet verschwunden. Im Telefonverzeichnis gelöscht. Aus den Augen, im Sinn. Das Leben ist kein Krimi. Das Leben ist schlimmer als ein Krimi. Es ist real.“ Für alle Menschen ab 15 Jahren, die sich auch schon einmal gefragt haben, wie sie nun gerade hier gelandet sind – und wie man eigentlich sein Leben lebt: mit Blick in die Vergangenheit oder in die Zukunft.

Ort:

Kleines Tasch

Premiere:

Samstag, 26.09.2020

Regie & Kostüme: Anna Laner
Bühne & Kostüme: Elke Auer
Musik: Markus Steinkellner
Dramaturgie: Petra Thöring
Theaterpädagogik: Michael Pietsch
Regieassistenz: Nathalie Glasow

Es spielen:

Saskia Boden-Dilling
Anna-Sophie Fritz
Christian Simon

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Jetzt stecken wir mitten in dem, was Leben genannt wird.

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