v.l.n.r.: Zenzi Huber als Lady Macbeth, Sven Brormann als Macbeth, Christian Simon als Banquo

© Jan Bosch
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v.l.n.r.: Zenzi Huber als Lady Macbeth, Sven Brormann als Macbeth, Christian Simon als Banquo

© Jan Bosch
 

William Shakespeare

Macbeth

 

Schottland führt Krieg und Macbeth entscheidet die Schlacht für sein Land. Hierfür erlangt er gleich dem Schicksalsruf der drei Hexen, die ihm und seinem Gefährten Banquo begegneten, den Ehrentitel. Doch der Ruf deutete auch auf einen noch größeren Gewinn hin – König solle er werden. Die Prophezeiung der Hexenschwestern hallt in Macbeth wider. Welch ungeheure Aussicht, König von Schottland zu werden. So zieht dieser leise Klang große Kreise und lässt den ersten Mord geschehen. Doch mehr noch: Diese Schwelle übertreten, ist die Blutspirale nicht mehr aufzuhalten. Zweifel und Angst werden zum Schweigen gebracht – die Krone gilt es zu erhalten, um jeden Preis.

Es ist eine Erzählung über Macht und deren Fortschreiben, nicht etwa ein passives, sich ereignendes, sondern ein aktiv herbeigeführtes. Zur Macht gekommen, ist er getrieben von Angst, diese wieder zu verlieren. Gewalt setzt sich fort, multipliziert sich. Die erlangte Hybris lässt ihn nur noch das sehen, was er sehen will. So ist MACBETH auch eine Erzählung über das immer gleiche Ende, die Katastrophe. Es gibt kein Mittel sich von der Schuld reinzuwaschen, auch wenn die Verschleierung des Blicks eine Sicherheit gewährt, ist diese nur von kurzer Frist. Und ist dieser Macbeth wirklich so anders? Nicht einer, der ich ebenso sein könnte? Ist es das unausweichliche Schicksal oder eher das emotionale Agieren, dessen man sich nicht widersetzen kann, sobald man ein wenig Macht erlangt? Wie skrupellos wird man beim Ringen um politische Macht, damals wie heute?

Mit Shakespeares kürzester Tragödie eröffnet Intendantin Carola Unser die neue Spielzeit 2019 / 2020 unter dem Motto REALITÄTEN. Wir begeben uns in der Auseinandersetzung mit diesem Klassiker auf die Suche nach den Realitäten, die andere erschaffen, die uns durchdringen und die wir doch alle gestalten können. Denn mehr noch geht es nicht nur um die Perspektive der Machthaber*innen, sondern ebenso, wie wir auf diese blicken. Wir sind es, die dieser Erzählung und diesen Inszenierungen von Macht beiwohnen, die dieses Bild stützen oder sich auf die Suche nach einem anderen Ende begeben können.

Für alle Menschen ab 14 Jahren, die sich kritisch mit den Mechanismen der Macht auseinandersetzen wollen und daran glauben, dass sie ihr Schicksal jederzeit in die eigene Hand nehmen können.

Ort:

Erwin-Piscator-Haus

Premiere:

Freitag, 13.09.2019

Regie: Carola Unser
Lichtdesign: Delia Naß
Bühne: Fred Bielefeldt
Kostüme: Jörn Fröhlich
Kostümassistenz: Filiz Özbengi
Musik: Erekle Getsadze
Dramaturgie: Christin Ihle
Theaterpädagogik: Michael Pietsch
Regieassistenz: Anne Decker

Es spielen:

HexeSaskia Boden-Dilling
HexeJorien Gradenwitz
HexeBen Knop
MacbethSven Brormann
Lady Macbeth / Lady MacduffZenzi Huber
Banquo / FleanceChristian Simon
DIE FUNKTION & alle anderenRomy Lehmann
Duncan / MacduffJürgen Helmut Keuchel
MalcolmDaniel Sempf
Pförtner / Alter MannMetin Turan

Lehrplanrelevante Informationen
 

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  • Di, 17.09.2019, 19.30 DI ABO Karten
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  • Sa, 19.10.2019, 20.00, Gastspiel
  • Mi, 08.01.2020, 19.30 Karten
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Erschrickt dich, in Mut und Tat derselbe Mensch zu sein, der du im Wünschen bist?

Macbeth