© Jan Bosch
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nach dem Stück FEAR von Falk Richter, in einer Fassung des Hessischen Landestheaters Marburg.

FEAR (2019)

 

Das Stück FEAR von Falk Richter beschrieb 2015 eine Gesellschaft, die Angst davor hat überfremdet zu werden, sich abzuschaffen und auszusterben. FEAR setzt sich mit den Wurzeln von Angst und Hass auseinander. Es bedient sich dabei realer Aussagen von Populisten und sucht nach Wegen, wie man sich dazu verhalten kann. Immer mehr Menschen formulierten 2015 öffentlich das Gefühl, von Politik und Medien belogen und im Stich gelassen zu werden. Dieses wurde zur Grundlage und zur Rechtfertigung für Hass, Hetze und Diskriminierung.

Heute, im Frühjahr 2019, fragen wir uns, wohin uns dieses Klima gebracht hat: Welche offenen Wunden hat diese Hetze hinterlassen? Wo setzt sie sich fort? Inwiefern ist das Internet ein Speicher von Angst geworden, ein Ort, in dem sich Hetze, Verunsicherung und Verschwörungstheorien in Schleifen von Verlinkungen immer gleicher Autor*innen und Gruppierungen verstetigen. Haben wir uns vielleicht schon an ein populistisches Sprechen in politischen Debatten oder medialen Auseinandersetzungen gewöhnt?

Um diesen Fragen auf den Grund zu gehen, hat ein Team von Künstler*innen aus Marburg und Offenbach eine eigene Fassung erstellt. In dieser neuen Fassung setzen sich fünf Schauspieler*innen mit der Angst und dem Hass in einer vernetzten, medial geprägten Gesellschaft auseinander. Sie spüren ihre eigene Verbitterung auf und schütteln sie ab, befreien sich von dem Gefühl einer permanenten Überforderung. Sie suchen nach zeitgemäßen Haltungen, die sie als emanzipierteBürger*innen, nicht als Opfer von Politik und Medien einnehmen können.

Aufbauend auf der Fassung von Falk Richter richtet sich der Blick insbesondere auf das Internet und seine Mechanismen der stetigen Reproduktion – sowohl von Ängsten als auch von ermutigenden Fakten, Erinnerungen und Geschichten. Die Schauspieler*innen suchen jene gespeicherten und archivierten Texte, Stimmen und Videos im Internet, die ein Nachdenken über unsere realen Bedürfnisse ermöglichen.

FEAR ist eine Produktion im Rahmen unseres Formats DAS STÜCK ZUR ZEIT. In dieser Reihe reagieren wir auf unsere Welt im Transit. Bei dieser Produktion kooperieren wir mit der Hochschule für Gestaltung Offenbach. Junge Szenografie-Studierende suchen gemeinsam mit uns nach Themen und Stoffen und entwickeln das Bühnen- und Kostümbild. Für alle Menschen ab 14 Jahren.


Location:

Kleines Tasch

Premiere:

Thursday, 18.04.2019

Regie: Romy Lehmann
Bühne & Kostüme: Hannah von Eiff, Katrin Stubbe, Nadine Wagner
Dramaturgie: Moritz von Schurer
Theaterpädagogik: Michael Pietsch
Mit: Saskia Boden-Dilling, Zenzi Huber, Simon Olubowale, Robert Oschmann, Metin Turan
Regieassistenz: Anne Decker

 

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