© Jan Bosch
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Georg Büchner

Woyzeck

Klassiker

 

„Die ungehemmte Zusprache aus dem Publikum untermauerte, wie viel Anklang die Neuinterpretation fand. Was am Ende blieb, war keine Frage sondern eine Tatsache: Es ist viel möglich." (marburg.news, 18.02.2024)

„[…] es ist eine große Ensembleleistung auf jeden Fall, weil die Bühne groß ist, weil viel chorisch entsteht vom Skandieren her, weil auch diese ganze Choreografie diese 8er-Gruppe zu leiten - das ist schon was ziemlich Großartiges gewesen.“ (HR Frühkritik, 19.02.2024)

„Die Regisseurin hat für ihre Inszenierung einen radikalen Ansatz mit ebenso eindringlichen wie irritierenden Chor-Szenen gewählt [...]“ (Oberhessische Presse, 19.02.2024)

Woyzeck ist in Bewegung. Er hetzt von Demütigung zu Demütigung. Zwischen Dienen und Gehorchen wird er zum Getriebenen und das alles, um zu überleben. Nicht nur um die eigene Existenz zu sichern, sondern auch die seiner Freundin Marie und seines unehelichen Kindes. So setzt er sich aus, jedem Witz über sich selbst, jeder Erniedrigung, jeder Zuweisung und das immerzu. Er rasiert den Hauptmann, wird ausschließlich Erbsen essend zum Objekt der Wissenschaft für den Doktor.

Dieser Mensch ist Betroffener der Armut, der unausweichlichen, gewaltvollen Spaltung zwischen Arm und Reich. Dieser Mechanismus, der sich einschreibt in einen Körper und keine anderen Möglichkeiten für das eigene Schicksal erkennen lässt. Einer, der keine Zeit hat, zu sich selbst zu kommen. Er sehnt sich nach der Stille, der Ruhe, Sein können ohne Sorge. Doch die Stille kommt nicht. Er hört unentwegt Stimmen – die Sätze der Anderen, die er immerzu ertragen muss, die ihn bestimmen oder sind es neue, vielleicht gar seine eigenen? Er hört diese Sätze. Diese, die über andere entscheiden, die über ihn entscheiden und nichts anderes zulassen. So auch als die Eifersucht ihn ergreift, als er vermutet, Marie habe sich auf den Tambourmajor eingelassen. Wird auch er zu einem, der sich nicht entscheiden kann und zum Täter wird?

Auch Büchners Dramenfragment WOYZECK ist in Bewegung. Historisches Vorbild ist der am 3. Januar 1780 in Leipzig geborene Johann Christian Woyzeck. Aus Eifersucht erstach er am 2. Juni 1821 die 46-jährige Witwe Johanna Christiane Woost in einem Hausflur. Woyzeck wurde nach einem langen Verfahren, in dem sich sogar der sächsische Thronfolger mit einem Gutachten für ihn einsetzte, verurteilt und am 27. August 1824 auf dem Marktplatz in Leipzig öffentlich hingerichtet. Hinterlassen hat der hessische Autor ein Fragment, einzelne Szenen, deren Reihenfolge immer neu gestaltet werden kann. Es bleibt ein Klassiker in dessen Zentrum ein Mensch aus prekären Lebensumständen steht, ein Mann umgeben von Gewalt und der Frage nach Opfer- und Täterschaft.

Für alle Menschen ab 14 Jahren, die Klassiker und die großartige Sprache Büchners lieben und die sich auf neue Blicke auf bekannte Stoffe freuen. Für alle, die den Kampf des Einzelnen in und mit Gesellschaft nur allzu gut kennen.



Hier geht es zur Materialmappe.

Kostüm nach einer Idee von Ulrike Obermüller, herzlichen Dank! Zudem vielen Dank an Nathalie Glasow für die musikalischen Impulse.

Lilian Heeb und Johanna Schwaiger sind im Schauspielstudio Marburg – Kooperation zwischen dem HLTM und der Kunstuniversität Graz

Ort:

Erwin-Piscator-Haus

Premiere:

Samstag, 17.02.2024

Regie: Eva Lange
Bühne: Cosima Wanda Winter
Lichtdesign: Dennis Wießner
Musik: Christian Keul
Dramaturgie: Christin Ihle
Theaterpädagogik: Max Linzner
Microport-Inspizienz & Regieassistenz: Nathalie Glasow
Inspizienz: Xenia Strauss
Soufflage: Silke Knauff
Kostümassistenz: Maja Lindenmayer
Dramaturgie- & Regiehospitanz: Dilara Erdogu

Es spielen:

AdeleEmil Behrenbeck
Saskia Boden-Dilling
Jorien Gradenwitz
Lilian Heeb
Zenzi Huber
Georg Santner
Johanna Schwaiger
Christian Simon

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