LESESALON
In Kooperation mit dem Grazer DramaForum der UniT, das Autor*innen auf ihrem Weg begleitet, ist es eine liebe Tradition geworden, bei KUSS besondere Texte für junges Publikum vorzustellen. Die Werke junger Autor*innen werden in 20-minütigen szenischen Lesungen durch das HLTM-Ensemble präsentiert. Viele davon sind mittlerweile uraufge führt und eines hat sogar den Mülheimer Theaterpreis gewonnen.
Heuer gibt es szenische Lesungen von Texten, die bereits uraufgeführt und verlegt sind oder auch noch sehr frisch das Licht der Theaterwelt erblickten.
Rachel Müller ZUNDER
Das am 21.09.2024 im Dschungel Wien uraufgeführte und 2025 für den STELLA nominierte Stück „Zunder“ von Rachel Müller befasst sich mit den ersten Begegnungen zweier Jugendlicher mit sexualisierten Inhal ten im Internet. Zunächst eher zufällig auf Videos mit pornographi schen Inhalt gestoßen, entwickeln Rita und Tom ganz unterschiedli ches forschendes Interesse, zwischen Faszination und Abstoßung, zwischen Mitgefühl und Erregung, und stellen sich und dem Publikum wesentliche Fragen nach der dahinter stehenden menschen- und ins besondere frauenverachtenden Industrie. Sie stellen die Erwachsenen im Stück und auch uns als Lesende und Zuschauende vor die Heraus forderung, über etwas zu sprechen, das alltäglich stattfindet und auch von Jugendlichen konsumiert wird und doch so stumm macht.
Szenische Einrichtung: Jonathan Benjamin Reuter
Mit: Tobias Neumann, Aliona Marchenko
Sara Schmiedl WIR WAREN
Eva-Maria, Aleks, Maxi und Andi waren einmal vier, jetzt sind sie nur noch drei. Das Stück „Wir waren“ von Sara Schmiedl thematisiert die Freund*innenschaft von vier Menschen und die stetigen Verände rungsprozesse dieser Freund*innenschaft. Veränderungen, die nicht erst nach oder durch den Tod von Andi eingetreten sind. Wie verändert sich das Miteinander im Aufwachsen, wie durch den Verlust eines Gruppenmitglieds. Hier hat sich schon zuvor etwas verändert. Ein Stück über das Aufwachsen und die Brüche des Lebens.
Szenische Einrichtung: Xenia Strauss
Mit: Lena Hanetseder, Tobias Neumann, Luca Storn
Lena Riemer UNREIF
Der im Henschel Verlag erschienene Text „unreif“ von Lena Riemer befasst sich mit einer Vielzahl von sexualisierten Übergriffigkeiten des Alltags, dem weiblich gelesene Menschen und Flinta* alltäglich ausgesetzt sind. Von dem übergriffigen Blick im Schwimmbad, zum Spruch auf der Straße, hin zu Situationen in der Schule. Drei Spielende und Sprechende vollzie 49 einer Aktion, die diese Grenzüberschreitungen öffentlich ankreidet. Ein Stück, das empowert und versucht, Geschichte(n) neu und selbst bestimmt zu erzählen (raus aus der Betroffenen-Perspektive hin zu einer aktiven, solidarischen, Mut machenden Gemeinschaftsaktion).
Szenische Einrichtung: Anna Keller
Mit: Ulrike Walther, Lena Hanetseder, Aliona Marchenko
Im Anschluss an die szenische Präsentation Gespräch mit den Autor*innen und den Akteur*innen. Wir freuen uns auch auf die Leiterin der UniT Graz, Prof. Mag. Edith Draxl.
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